Curriculum Vitae




Vorwort zum Buch von Dominique Aubier:
„Die Entschlüsselung der Gehirnstruktur. Jenseits von Wissenschaft und Offenbarung“

Dominique Aubier ist in Deutschland noch nahezu unbekannt; bisher hat sie 1994 ein Seminar in Heidelberg durchgeführt.

Im Mai 2002 hielt Dominique Aubier im Rahmen eines Kongresses über Metaphern (eineroseisteineroseisteinerose) in Heidelberg ihren ersten abendfüllenden Vortrag in Deutschland.

Es scheint deshalb an dieser Stelle sinnvoll, einen kurzen Abriss Ihrer Vita zu geben und durch einige weitergehende Informationen zu ergänzen:

1922 wurde sie in Cuers im Departement Var, als Marie-Louise Labiste geboren.
Ihre Mutter war Schneiderin, Ihr Vater war Lastwagenfahrer und aufgewachsen ist sie bei Ihren Urgroßeltern, mütterlicherseits.

Ihre vielseitigen Begabungen fielen schon in den ersten Schuljahren auf. Da sie jedoch armer Leute Kind war, wurde sie durch regionale und nationale Stipendien gefördert.

Ab 1943 studiert sie in Nizza.
Unter der Hand ist sie tief in die Aktionen der Resistance verstrickt; ihr Deckname in dieser Zeit ist Dominique Aubier.
Sie übernimmt diesen Namen für Ihr weiteres Leben.

1945, nach der Befreiung von der Nazi Barbarei, heiratet sie den Arzt Genon-Catalot,
den sie während ihrer Arbeit in der Resistance kennen gelernt hatte.
Beide sind jetzt hoch dekorierte Widerstandkämpfer. Ihren Dienst quittiert Dominique Aubier schließlich im Rang eines Leutnants.

1946 erscheinen erste Veröffentlichungen.

1949 bringt sie ihre Tochter und 1953 ihren Sohn zur Welt.
Sie nutzt diese Zeit zu einem selbst organisierten Studium Generale.

Von 1951 bis 1954 veröffentlicht Sie sechs Romane und wird für den höchsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt nominiert.

Im Verlauf der 50-iger Jahre unternimmt sie erste Reisen nach Spanien und hat erste Berührungen mit Cervantes und Don Quichotte.

Ihr Mann, Schulmediziner mit landesweiter Reputation, hält die weitere Entwicklung von Dominique Aubier und Ihren Modellen für esoterischen und wertlosen Plunder, mit dem er nicht länger öffentlich in Verbindung gebracht werden möchte; die Diskussionen münden 1958 in die Scheidung.

Ab 1959 hält sie sich häufig in Rom auf und arbeitet eng mit Roberto Rossellini zusammen..

Seit 1962 ist sie in Spanien ansässig und beginnt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk von Cervantes und insbesondere Don Quichotte.
Sie lernt hebräisch und publiziert erste Bücher über altjüdische Mystik, also Kabbalistik und hält erste Seminare.

Dominique Aubier schreibt über die spanischen Jahre und Ihre Arbeiten:
"Diese unendlich verlängerten Forschungen zogen mich nach Spanien. Hier lebte ich zwanzig Jahre zwischen dem Meer und der Wüste in Gesellschaft von Giftschlangen und Skorpionen, mit denen ich aber bestens zurecht kam. Zum Broterwerb arbeitete ich als Reiseleiterin, Architektin, Bauunternehmerin und Innenausstatterin.
Dieses grosse spanische Abenteuer dauerte ein halbes Jahrhundert, in dem ich hebräisch lesen lernte, wie die Propheten, spanisch sprechen wie die gewieftesten Eselstreiber, Pflastersteine verlegen, Zement mischen und mauern wie ein Bauarbeiter, zu dieser Zeit baute ich eine Ferienkolonie und lernte kochen auf dem Niveau berühmter Pariser Küchenchefs. Ich habe noch viele andere Dinge gemacht, die ich nicht weiter aufzählen will, um niemanden zu erschrecken und nicht auf meine alten Tage noch in den Ruch zu kommen. Ich habe eine beginnende oder abklingende narzisstische Altersdemenz. Jetzt bin ich gerade am Arabischen, ich muß noch ein Paar der alten Schriftquellen im Original lesen. Und nichts hält jünger als neue Sprachen zu lernen.
Denn meine Arbeiten haben nur einen Zweck:
Den Code des Absoluten zu decodieren, den das planetare Gehirn seit Jahrhunderttausenden im Hirnareal unserer Frontallappen eingraviert hat, die klaren Überschneidungen der Gehirnstrukturen mit der alten Symbolik des hebräischen Alphabets freizulegen und das von allen Seiten zu beleuchten.
Alle Bücher, die ich seit 1960 schrieb sind Stufen, die zu diesem Ziel führen. Ein Zwischenstück braucht es noch: Es ist in Bearbeitung unter dem Titel La Haute Kabbale de l'Eternité (Die hohe Kabbala des Ewigen). Danach wird der Code endgültig freigelegt sein und in einer modernen begrifflichen Verflüssigung mit entsprechender naturwissenschaftlicher Untermauerung vorliegen, so, wie der Code es selbst seit langem gewollt hat, dann ist da die Luft raus und mir wird sie dann wohl auch wegbleiben."

Soweit Frau Aubier selbst.
Die einfachste Übersicht dessen, was das Werk von Dominique Aubier auszeichnet, läßt sich in folgenden Thesen zusammenfassen,es:

    * integriert seriös religiöse und naturwissenschaftliche Sichtweisen, es
    * kombiniert synoptisch traditionelle und moderne Sichtweisen, es
    * wurde über 40 Jahre kontinuierlich entwickelt, (es ist kein Readymade Modell), es
    * erörtert und lotet transzendentale Fragen in größter Breite und Tiefe aus, es
    * ist in mehr als zwanzig Büchern umfassend dokumentiert, es
    * gibt keine Aubier Bewegung, und es ist damit keine Sekte, es
    * es macht keine Vorschriften zur Lebensführung, es
    * es wurde „aus“ der Biographie von Dominique Aubier herausentwickelt, und es
    * stammt von einer (ungewöhnlichen) Frau, die
    * auf Proselytenmacherei keinen Wert legt, im Gegenteil.

Es gäbe über Dominique Aubier noch viel zu sagen.
Es gibt zudem viele Dinge zu rühmen, ihr enzyklopädischstes Wissen, ihre interdisziplinärste Beschlagenheit - die Superlative sind kein sprachlicher Lapsus - ihre Gastfreundschaft und Großzügigkeit, ihre Toleranz einerseits, ihre rasiermesserscharfen Analysen und voltairschen Sottisen andererseits, bei denen sie, gerade ihren Landsleuten, kein Pardon gibt.

Ihr Mut, ihre Anmut, Ihr Charme, aber auch ihre Furchtlosigkeit und ihre Respektlosigkeit bis hin zur Gerissenheit, wenn ihr etwas gegen den Strich geht, sind sprichwörtlich.

Jaques Chirac hatte beispielsweise eine Kabinettkrise, als Dominique ihm öffentlich die Leviten las, weil er in Muroroa seine Atomversuche fortsetzte.
Sie sehen, Frau Aubier weiß sich in Ihrem Heimatland bis in die höchsten politischen Kreise hinein echte Freunde zu machen.

Ich verdanke Ihr beispielsweise einen stereoskopischen Blick für manches typisch französische Phänomen und Verhalten.
Eine nützliche Perspektive, wenn man, wie ich, seit über acht Jahren in Frankreich lebt.

Sie ist Überlebende einer seltenen Spezies, wäre es denn möglich, müsste man sie auf die rote Liste der bedrohten Arten stellen.

Wollte man denn ein Bon Mot wagen, könnte ich ihren bisherigen Lebensweg so zusammenfassen:
Aus der ehemaligen „Femme de Resistance“ ist eine „Femme de Renaissance“ geworden, beides soll im mehrfachen Sinne des Wolrtes zu verstehen sein.

Seit meinem ersten Zusammentreffen mit Dominique Aubier an Weihnachten 1992, hatte ich mich bemüht einen Übersetzer oder eine Übersetzerin zu finden, die Willens und fähig wären, eine Übersetzung des damals gerade in Frankreich erschienen Buches „Die Entschlüsselung der Gehirnstruktur. Jenseits von Wissenschaft und Offenbarung“ vorzunehmen.

Trotz eifriger Suche und vieler Versuche konnte diese Übersetzung bis zum Jahre 1999 nicht realisiert werden, es fand sich einfach keine geeignete Person. Es gelang niemandem, die weitgefassten Inhalte des Buches von den traditionellen Quellen aus unterschiedlichen Kulturkreisen bis hin zu Gehirnanatomie und -funktion, mit dem prosaischen Sprach- und Metaphernstil von Dominique Aubier unter einen Hut zu bringen und in ein lesbares Deutsch zu übertragen.

Dominique Aubier war dadurch, wie immer, nicht weiter beunruhigt; die Zeit sei noch nicht reif, es würde sich wie immer alles zusammenfügen, wenn die Zeit reif dafür sei, war ihre stete Auffassung.
Im Sommer 1999, während eines meiner Studienaufenthalte in der Normandie bei Dominique Aubier, schien die Zeit reif geworden zu sein. Hierzu gehört eigentlich eine Geschichte, die typisch ist für die Art von Erlebnissen, die einem ständig in der Gegenwart mit Dominique Aubier passieren. Wegen ihrer Länge kann man die Geschichte an dieser Stelle nicht erzählen.

Kurzum, durch mein Zusammentreffen mit Kurt Fischer und Luigi Berini von der Firma Brüggli in Romanshorn, war nicht nur die richtige „kritische Masse“ für eine Veröffentlichung erzeugt, sondern Kurt Fischer hatte nach kurzer Zeit auch in Veronika Leimgruber aus Fribourg, die kongeniale und bilinguale Übersetzerin gefunden; obwohl Veronika Leimgruber zu diesem Zeitpunkt sicher auch noch nicht übersehen konnte, worauf sie sich einlassen würde.

Ohne diese drei Schweizer wäre die Übersetzung wahrscheinlich heute immer noch ein utopisches Projekt. Ich darf Kurt Fischer und Luigi Berini deshalb an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank zurufen.

Wie ich Veronika Leimgruber wirklich danken soll, ist mir nicht richtig klar.
Denn nur durch ihre ausdauernde, aber feinfühlige, aber auch unbeirrbare Übersetzungsarbeit und ihrem breiten Fundus an Hintergrundwissen konnte die Übersetzung gelingen; und niemand weiß besser als ich, welche renommierten Leute sich an der Übersetzung schon die Zähne ausgebissen haben.

Ich wünsche diesem Werk von Dominique Aubier eine weite Verbreitung und angemessene Leserschaft.


Saint Dié Peter-W. Gester
La Grange des Aulnés im Dezember 2002
                                                                                                                                                                       
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